Lehrbeauftragte Judith Merchant erneut mit Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet
Auszeichnung für Lehrbeauftragte im Praxismodul
Judth Merchand, die in diesem Semester eine Übung zum Thema »Die Kriminalgeschichte in Theorie und Praxis« gibt, wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kurzkrimi ausgezeichnet.
Die prämierte Erzählung, »Annette schreibt eine Ballade«, handelt von der noch unbekannten aber ehrgeizige Annette von Droste-Hülshoff. Sie schreibt ein geheimes Tagebuch, dessen Mittelpunkt ihre Begegnung mit niemand geringerem als dem erfolgreichen, aber ausgebrannten, Johann Wolfgang von Goethe ist. Rätselhafte Ängste plagen den Geheimrat, während er sie im Schreiben von Balladen unterrichten soll. Doch der Dichter spricht ihr die dafür nötige »historische Erfahrung« grundsätzlich ab, da sie eine Frau ist. Schlechte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Dennoch hält diese Begebenheit für die aufstrebende von Droste-Hülshoff eine unerwartete, sie beim Schreiben beflügelnde, »historische Erfahrung« bereit.
In der Begründung der Jury heißt es, Judith Merchant strebe in ihrer Erzählung »nicht nach Authentizität, was ihr jede erdenkliche Freiheit gibt. Geschickt bindet sie literarische Zitate in den Text ein und verpackt frech in den historischen Kontext die Kritik am heutigen Krimiliteraturbetrieb«
Der Preis wurde am 07.05.2011 beim Tango-Criminale in Mönchengladbach überreicht.
Judith Merchant studierte in Bonn und Münster Germanistik mit wechselnden Begleitfächern. 2008 erschien ihr erster Kurzkrimi. Mit der Erzählung »Monopoly« gewann sie 2009 den Friedrich-Glauser-Preis. Ihr Debüt Nibelungenmord erschien im Mai 2011. In ihrer Lehrveranstaltung lernen die Studierenden nicht nur einiges über die Gattung der Kriminalgeschichte, sondern müssen zum Abschluss einen eigenen Kurzkrimi verfassen.
