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04.12.2018 - Yun-Young Choi (Seoul National University): Yoko Tawadas Etüden im Schnee. Eine postkoloniale Lektüre

Veranstaltung im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft Bonn – Seoul – Tokio

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 04.12.2018
von 18:00 bis 20:00
Wo Übungsraum im 3. OG
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Bei Yoko Tawadas Roman Etüden im Schnee (2014) handelt es sich um eine Tiergeschichte – eine selten gewordene Gattung. Tawada beschreibt die Lebensgeschichten von Eisbären in drei Generationen und in drei Teilen, auf die "Evolutionstheorie der Großmutter" folgt Toscas Geschichte, "Der Todeskuss", und schließlich "Andenken an den Nordpol", die Geschichte von Knut. Tawadas Roman unterscheidet sich von seinen mythischen oder äsopischen Vorläufern vor allem dadurch, dass sie die Tiere aus der den Polärbären eigenen Perspektiven darstellt und deren Lebensgeschichten als Geschichte des Fremden erscheinen läßt, obwohl dies freilich nur eine Simulation bleibt. Dabei stellen sich die Fragen, wie die Autorin die Bären zu Wort kommen, sich selbst ausdrücken lässt, und welche Erzählstrategie sie dazu verwendet. In meinem Vortrag lese ich den Roman postkolonial, indem ich ihn als Geschichte der
Subalternen auffasse und mithilfe der Begriffe Mimikry und Writing Back interpretiere. Weiterhin regt die Romanlektüre Diskussionen zu Animal Studies in der Geisteswissenschaft an.

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