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06.06.2019 - Ryozo Maeda (Tokyo): »Unsinnliche Ähnlichkeit«. Zu einer Denkfigur der Sprach- und Erkenntnistheorie Walter Benjamins

Veranstaltung im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft Bonn-Seoul-Tokyo (GIP)

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 06.06.2019
von 18:00 bis 20:00
Wo Bibliotheks- und Arbeitsraum IV
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 Im Kultur- und Wissenschaftsdiskurs des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts erfährt „Ähnlichkeit“ eine besondere Renaissance – ein Phänomen, das nur im 18. Jahrhundert Vergleichbares findet.Sprache und Mythos sind die ,Topoi‘, an denen sich das Ähnlichkeitsdenken des 20. Jahrhunderts als besonders innovativ und produktiv erweist. Als prominentes Beispiel hierfür wird im Vortrag Walter Benjamins Überlegungen zur Ähnlichkeit aufgegriffen. Das Interesse an der Ähnlichkeit zieht sich durch seine kulturtheoretische Arbeit von der frühen bis in die letzte Phase, wenngleich er diesem Thema keine selbstständige Arbeit in größerem Umfang gewidmet hat. Seine Beschäftigung mit dem Thema Ähnlichkeit wurde stattdessen in kleineren, manchmal unveröffentlichten Texten zerstreut und jeweils in verschiedenen Problemzusammenhängen niedergeschrieben. Nichtsdestotrotz nimmt das Ähnlichkeitsproblem im geschichtsphilosophischen und kulturtheoretischen Denken Benjamins eine besondere Stellung ein, indem es als einer der wichtigsten Knotenpunkte des thematischen und gedanklichen Netzwerks seiner Schriften funktioniert.Dies lässt sich vor allem in seiner frühen, oft als „metaphysisch“ bezeichneten Arbeit feststellen. Das Ähnlichkeitsproblem tritt dabei vor allem im erkenntniskritischen Zusammenhang auf, in dem es Benjamin um eine kritische Infragestellung des Kantischen Erkenntnismodells geht. Der Aufsatz „Über Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen“ (1916) ist der Text, an dem zunächst erörtert werden soll, welche Funktionen und Stellenwerte der Ähnlichkeit in seiner Sprachauffassung zukommen. Darauf folgend sei das Ähnlichkeitsproblem des späteren Benjamin weiter verfolgt. In den frühen 1930er Jahren wendet er sich erneut der Frage der Ähnlichkeit zu, und zwar in seiner Beschäftigung mit dem Wesen und Ursprung der Sprache. Einer der Schlüsselbegriffe ist dabei der der „unsinnlichen Ähnlichkeit“. Anhand der Texte „Die Lehre vom Ähnlichen“ (1933) und „Probleme der Sprachsoziologie“ (1935) soll die epistemische Bedeutung und Funktion dieses Begriffs für Benjamins Denken primär aus der kulturwissenschaftlichen Perspektive beleuchtet werden.

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