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16.12.2020: Christian Junge (Marburg): Unendliche Wortlisten als kulturelle Identität – al-Shidyaq und der Beginn der arabischen Moderne im 19. Jahrhundert

Vortrag im Rahmen des Bonner literatur- und kulturwissenschaftlichen Kolloquiums, veranstaltet von Ursula Geitner, Alexander Kling und Christian Moser

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 16.12.2020
von 18:15 bis 19:45
Wo digitaler Vortrag per Zoom
Name Alexander Kling
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 Im 19. Jahrhundert formierte sich in der arabischen Welt die so genannte Nahda (‚Erwachen‘), eine kulturelle Erneuerungsbewegung. Einer ihrer schillerndsten Vertreter war (Ahmad) Faris al-Shidyaq, der 1855 in Paris sein literarisches Meisterwerk al-Saq ala as-saq fi ma huwa al-Fariyaq (Bein über Bein. Was es heißt, al-Fariyaq zu sein) veröffentlichte. Darin konfrontiert er die Leser mit literarisch-lexikographischen Wortlisten, die eine radikale Kultur- und Gesell-schaftskritik auf der Schwelle zur Moderne entfalten. Von der europäischen Kritik wurde al-Saq häufig mit den Werken von François Rabelais, Lawrence Sterne und Voltaire verglichen, zugleich ist es eine experimentelle Echokammer der vormodernen arabischen Literatur und Lexikographie. Im Kontext einer literatur- und kulturwissenschaftlichen „Rückkehr zur Philo-logie“ (Edward Said) stellt der Vortrag einen Meilenstein der modernen arabischen Literatur vor und wirft einen Blick auf die Verflechtungsgeschichte von arabischer und europäischer Literatur und Philologie im 19. Jahrhundert.

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