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Über soziale Selbstverständigung im bürgerlichen Realismus

19.01.2022 Michael Neumann: Aufwärtsmobilität und Gespensterkunde. 
Über soziale Selbstverständigung im bürgerlichen Realismus

Vortrag im Rahmen des Bonner literatur- und kulturwissenschaftlichen Kolloquiums, veranstaltet von Ursula Geitner, Alexander Kling und Christian Moser

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 19.01.2022
von 18:00 bis 20:00
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Im Zentrum des Vortrags steht der Versuch, den Wandel sozialer Strukturen und moralischer Überzeugungen anhand der pädagogischen Ansprüche zu beschreiben, die die Literatur des 19. Jahrhunderts entwickelt. Von besonderem Interesse sind dabei die historischen Legitimationsgründe, durch die sich die Literatur jeweils autorisiert, um sich als Medium gesellschaftlicher Leitideen auszuweisen: Die These des Vortrags lautet daher, dass der Übergang vom engagierten Sprechen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Vermittlung universeller Prinzipien und evolutionärer Unvermeidbarkeiten in der zweiten Hälfte über die erfolgreiche Transformation gesellschaftlicher Machtverhältnisse Auskunft gibt. Er zeigt, wie die Erzählung sozialer Strukturen und moralischer Überzeugungen das Register ihrer Begründungen wechselt, um neue Hierarchien und veränderte Zugehörigkeitskriterien auch im Feld symbolischer Ordnungen zu stabilisieren. Aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive ist das vor allem deswegen wichtig, weil daraus die Möglichkeit resultiert, Korrespondenzen zwischen Repräsentationsauffassungen, Formbegriffen und Zukunftsvorstellungen zu bestimmen.

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