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21.12.2017 - Gastvortrag von Prof. Dr. Paul Martin Langner (Kraków): Schichtungen kultureller Zuweisungen. Peter Suchenwirts Bilder von Polen

Veranstaltung des SFB 1167 im Rahmen des Teilprojekts 10 „Publizistische Zeitklagen: Invertierte Herrschaftsansprüche in deutschsprachigen Texten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“ (Leitung: Prof. Dr. Karina Kellermann, Germanistische Mediävistik)

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 21.12.2017
von 12:00 bis 14:00
Wo Übungsraum 6, VZ
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 Im Rahmen einer Untersuchung zu der Wahrnehmung von Rittern unterschiedlicher europäischer Regionen zeigte es sich, dass es in der deutschsprachigen Literatur des Hochmittelalters (1150–1300) ein nahezu feststehendes positives Bild polnischer Ritter gab. Für die Spezifik dieser sprachlichen Bilder wurde eine von Überlegungen Wittgensteins angeregte Bildtheorie entwickelt, die in Abgrenzung zu Stereotypen die literarische Wahrnehmung der Ritter anderer europäischer Regionen greifbar macht. Im Vergleich mit Aussagen und Ergebnissen anderer Untersuchungen wurde deutlich, dass sprachliche Bilder sowie Stereotype abhängig sind von historischen, sozialen und gattungsspezifischen Faktoren.

 

Der Vortrag wendet den Blick in das 14. Jahrhundert, um zu prüfen, in welcher Weise diese Entwicklung sich fortsetzt. Im Mittelpunkt werden einige Gedichte von Peter Suchenwirt stehen (Ed. Primisser IV, XIV, XX), in dessen Texten sich wichtige inhaltliche Aussagen, die aus dem Hochmittelalter bekannt sind, fortschrieben, sich aber zugleich die Wahrnehmung, Ordnung und Strukturierung der Regionen schon deutlich verändern. Versucht werden soll, die verschiedenen Bedeutungsebenen als „Schichtungen“ (Heister) voneinander abzuheben.

 

Prof. Dr. Paul Martin Langner ist Professor am Instytut Neofilologii – Filologia Germanska der Uniwersytet Pedagogiczny Kraków. Er forscht und lehrt in der germanistischen Mediävistik wie auch in der neueren deutschen Literaturwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Überlieferungsgeschichte, Editionsphilologie und Kulturgeschichte. Er ist Präsident der Friedrich-Hebbel-Gesellschaft, Wesselburen.

Für mehr Informationen siehe: http://neofilologia.up.krakow.pl/wp-content/uploads/2017/04/MLangner3042017.pdf
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