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24.11.2021 Christiane Frey: Minima Scripta: Vom Exzerpt zum Cento

Vortrag im Rahmen des Bonner literatur- und kulturwissenschaftlichen Kolloquiums, veranstaltet von Ursula Geitner, Alexander Kling und Christian Moser

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 24.11.2021
von 18:00 bis 20:00
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Wenn Leibniz klagt, er verliere sich in „minutiae“ und ihm fehle die Zeit, seine „scripta“ zu sortieren, so bezieht er sich auf Schreib- und Ordnungsprobleme, die nicht nur seine eigenen Exzerpte und Notizzettel betreffen. Es lässt sich vielmehr verallgemeinern: Der Akt des vorläufigen Schreibens – vor, nach oder neben dem Werk – hat in besonderer Weise mit dem Verhältnis von Kleinigkeiten, Schreibzeit und Ordnung zu tun. Wie viele Details lassen sich in welcher Zeit beim Notieren schriftlich verarbeiten? Was verdient es überhaupt, exzerpiert und rubriziert zu werden? Sollen sich Rubriken an (großen) Begriffen oder (kleinen) Dingen ausrichten? Was ist des Ab-, Um- und Fortschreibens wert, und wie viel Schreibzeit wird für die vielen kleinen (Vor-)Schreibarbeiten sinnvoll aufgewendet? Dass das, was seit dem 17. Jahrhundert als ars excerpendi bezeichnet wird, Teil hat an einer historisch zu rekonstruierenden ‚Mikrologie des (Schreib-)wissens‘, ist das Thema des Vortrags. Im Fokus stehen Strategien der Textverarbeitung und Praktiken des Exzerpierens von Leibniz bis Hamann, mit Ausblicken auf Rahel Varnhagen.

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