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Prof. Dr. Helmut J. Schneider: Die Inszenierung des Blicks. Zur Entdeckung der Landschaft in der europäischen Aufklärung und Romantik

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Vortrag
Wann 13.11.2014
von 19:30 bis 21:00
Wo Uniclub, Josef-Schumpeter-Saal
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Landschaft, also die bildhafte Wahrnehmung der äußeren Natur, ist ein genuin neuzeitliches Phänomen, dessen Ursprung in der europäischen Renaissance und der Aufklärung liegt. Insbesondere seit dem frühen 18. Jahrhundert bürgert sich der Gang hinaus „ins Freie” als eine Art symbolische Handlung ein, in der sich die Überschreitung des Gewohnten mit der Emanzipation von den traditionellen Bindungen des ständischen – „stehenden” – Menschen verbindet. Ausgehend von diesem aufklärerischen Ursprung, wird der Vortrag den Befreiungs- und Aufbruchscharakter der landschaftlichen Wahrnehmung betonen, der sich in der Romantik zur Selbstbewegung der autonomen Einbildungskraft steigert. „Landschaft” ist nicht nur der Raum, in dem wir uns ästhetisch oder nostalgisch von dem Unbehagen in der Zivilisation erholen. Im Gehen und Sehen in der Natur vergewissert sich das moderne, mobile Individuum seiner Freiheit

Einführung: Honorarprofessor Gottfried Honnefelder
 

Helmut J. Schneider, Professor (em.) für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bonn. Frühere Lehrtätigkeit (seit 1983) an der University of California, Irvine und Davis. Zahlreiche Gastdozenturen insbesondere in den USA, u.a. an der Stanford University, University of Virginia, Harvard University, Georgetown University, Rutgers University. Buch- und Aufsatzveröffentlichungen zur deutschen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts; zur europäischen Hirtendichtung und deutschen Idylle, Landschaft und Utopie; zur Aufklärung und Klassik, besonders Lessing, Kleist, Goethe; zum klassischen Körperparadigma der Skulptur; zu Drama und Dramaturgie von 1750 bis 1850. Zuletzt: Genealogie und Menschheitsfamilie. Dramaturgie der Humanität von Lessing bis Büchner, Berlin: Berlin University Press, 2011.

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