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05.12.2019 - Workshop mit Rebecca Walkowitz: Contemporary Literature and the New Multilingualism

Veranstaltungsreihe zu Globalisierung und Gegenwartsliteratur des DFG-Graduiertenkollegs 2291 Gegenwart/Literatur. Geschichte, Theorie und Praxeologie eines Verhältnisses

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Workshop
Wann 05.12.2019
von 10:00 bis 17:00
Wo Raum 2.056 (Genscherallee 3, 53113 Bonn)
Name Marlen Arnolds
Kontakt E-Mail-Adresse
Kontakttelefon 0228/73-3808
Termin übernehmen vCal
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Zur Veranstaltungsreihe Globalisierung und Gegenwartsliteratur

 Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Einflüsse von Globalisierungsprozessen auf Konzepte von ‚Gegenwart‘ und ‚Gegenwartsliteratur‘ zu untersuchen.

Sie geht zum einen der Frage nach, wie sich Globalisierungstendenzen im Allgemeinen auf die Herstellung literarischer Gegenwartsbezüge auswirken; dazu gehören die zunehmende kommunikative Vernetzung und die damit einhergehende Raum-Zeit-Verdichtung, vor allem aber die verstärkte Synchronisierung vormals lokaler Eigenzeiten zu einem umfassenden Zeitregime der globalisierten Gegenwart. Mittels welcher Formen, Tropen oder narrativen Muster werden kulturelle Kontakte und Hybridisierungsprozesse thematisiert, verschiedene Lebenswelten in einer global vernetzten Welt inszeniert und das Ungleichzeitige synchronisiert? Wie signalisieren intertextuelle und intermediale Bezüge das Überschreiten der Grenzen eines Kulturraumes und in welcher Weise wird verschiedenen Verstehenshorizonten Rechnung getragen? Welche konkreten Elemente und Ereignisse der Globalisierung seit 1500 werden angesprochen, und mit welchen Mitteln schafft Gegenwartsliteratur ein Bewusstsein von der Einheit der Welt?

Zum anderen untersucht die Vortragsreihe literarische Gegenwartsphänomene im Besonderen, etwa die Entstehung eines globalen Buchmarktes mit transnational agierenden Verlagsunternehmen, die Herausbildung von global English als der neuen lingua franca sowie die zunehmende Produktion von Werken, die von vornherein für ein globales Publikum konzipiert sind. Damit verbunden ist die Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen den Konzepten ‚Weltliteratur‘ und ‚Gegenwartsliteratur‘ und ihrer Geschichte. In der aktuellen Phase literarischer Globalisierung haben transnationale Produktions- und Rezeptionsbedingungen neue Formen der Gegenwartsbezüglichkeit hervorgebracht. Globalisierung potenziert dabei Tendenzen, die in der nationalstaatlichen Integration bereits angelegt sind. Wenn die moderne Nation nach Benedict Anderson als Gemeinschaft von Menschen definiert werden kann, die dieselbe Gegenwart teilen, und wenn nach Franco Moretti neben der Tageszeitung der Roman das wichtigste Medium zur Konstitution einer solchen Gegenwart ist, dann stellt sich die Frage, welche Medien an der Herstellung einer global dimensionierten Synchronizität beteiligt sind und welche Funktion dabei der Literatur bzw. spezifischen literarischen Genres zukommt.

Viele Indizien sprechen dafür, dass die Verschränkung von Welt- und Gegenwartsbezüglichkeit im Zuge der jüngsten Globalisierungsschübe eine neue Qualität gewonnen hat: In der Gegenwartsliteraturforschung wird, z.B. von Suman Gupta, die Auffassung vertreten, dass Gegenwartsliteratur sich sinnvoll nur noch in einem transnationalen Rahmen analysiere lasse, dass Gegenwartsliteratur also per Definition Weltliteratur sei. Auf der anderen Seite widmet sich die Weltliteraturforschung dem Phänomen der global fiction bzw. global literature – solchen Texten, die ihre lokalen und historischen Wurzeln zu kappen scheinen, um für ein heterogen zusammengesetztes globales Publikum verständlich zu sein, und die auf diese Weise einen intensiven Gegenwartsbezug ausbilden.

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