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Stephan Schütze (Edition)

DFG-Projekt: Stephan Schütze: Komiktheorie. Edition von Versuch einer Theorie des Komischen (1817) und weiterer kleinerer komiktheoretischer Schriften (gemeinsam mit Alexander Kling)


Kurzvorstellung des Projekts

Der Schriftsteller, Kunsttheoretiker und Publizist Stephan Schütze (1771-1839) hat ab den 1810er Jahren eine Reihe von Schriften zu einer Theorie des Komischen vorgelegt. Im Rahmen des Projekts werden diese nahezu vergessenen Texte in einer kritischen Studienausgabe neu ediert, um so die Grundlage für eine Wiederentdeckung von Schützes Werk zu legen. Schützes Komiktheorie eröffnet für die komik- und ästhetiktheoretische ebenso wie für die kultur- und literaturwissenschaftliche Erforschung von Romantik, Realismus und Moderne weitreichende, neue Perspektiven. Im Zentrum von Schützes Komiktheorie steht das Widerspiel von Freiheit und Notwendigkeit, Subjekt und Objekt sowie die Energie des Lebens in ihrem Gegensatz zum Dinglichen und Toten. Damit kann seiner Theorie im Feld der Komiktheorien des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts eine singuläre Originalität zugesprochen werden. Schützes Schriften ermöglichen es, das Feld der Komiktheorien sowie der komischen Literatur nach 1800 neu zu kartieren. Darüber hinaus ergeben sich ausgehend von Schütze Anschlüsse der Komiktheorie aus dem Umfeld der Romantik zu späteren Ansätzen des Realismus und der Moderne, die das Komische mit Konzepten der sprichwörtlichen ‚Tücke des Objekts‘ (F.T. Vischer), eines Élan vital (H. Bergson) oder der exzentrischen Position des Menschen (H. Plessner) in Verbindung gebracht haben. Über die Komiktheorie hinaus spielte Schütze im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eine wichtige kulturpolitische Rolle. Er hat in seinen Texten über das Kulturleben in Weimar berichtet, wobei vor allem sein enger Kontakt zu J.W. Goethe hervorzuheben ist. Außerdem sind in den von ihm herausgegebenen Zeitschriften einige Texte der romantischen Literatur erstmals publiziert worden, etwa Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, deren Komik sich wiederum von Schützes Komiktheorie her erschließt.
Im Zentrum der Edition steht die Monographie Versuch einer Theorie des Komischen (1817). Flankiert wird dieser Haupttext mit drei kleineren komiktheoretischen Aufsätzen („Ueber das Komische“, 1810; „Ueber das Verhältnis des Lächerlichen und des Komischen“, 1834; Rezension zu F.T. Vischers Ueber das Erhabene und Komische, 1838), um so Schützes Komiktheorie in ihrer Breite und Vielfalt der aktuellen komik-, ästhetik- und literaturtheoretischen Forschung zugänglich zu machen. Der Meiner Verlag wird die Edition in der Reihe der Philosophischen Bibliothek publizieren. Schütze erhält auf diese Weise einen Platz neben anderen kanonisierten philosophischen sowie komik- und ästhetiktheoretischen Texten aus der Zeit um 1800, die bereits intensiv erforscht werden (zu nennen sind z.B. Jean Pauls Vorschule der Ästhetik oder K.W.F. Solgers Vorlesungen über Ästhetik). Für die Ausgaben der Philosophischen Bibliothek ist es üblich, dass die edierten Texte mit einer ausführlichen Einleitung sowie einem Kommentar aufbereitet werden. Im Fall Schützes wird es auf dieser Grundlage möglich, der Forschung nicht nur die zentralen Texte gesammelt zur Verfügung zu stellen. Mit der Einleitung und dem Kommentar, die neben der sorgfältigen Kollationierung der Texte im Zentrum des Projekts stehen, sollen grundlegende Impulse für die weitere Erforschung von Schützes Schriften gegeben werden.

 

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