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Björn Gorges

Deutungsmacht im Kontext von Politischer Theorie und Literatur

Das Forschungsvorhaben untersucht den Zusammenhang von Deutungsmacht und (den Bedingungen) der Produktion nackten Lebens. Der Terminus „nacktes Leben“ geht auf den ital. Philosophen Giorgio Agamben zurück (Homo Sacer, Ausnahmezustand) und bezeichnet ein (durch die Souveränitätsmacht) vollkommen vom Recht entblößtes Leben, welches straflos tötbar ist. Der Dissertation liegt eine zu überprüfende Hypothese zugrunde, wonach (auch) Deutungsmacht wesentliches Element und Voraussetzung ist, um nacktes Leben zu produzieren. Um diese Vermutung zu überprüfen, werden die zentralen Aspekte der Theorie Agambens analysiert und ein Konzept der Deutungsmacht dargestellt, um dann eine kritische Relektüre Agambens unter dem Aspekt der Deutungsmacht zu vollziehen. V.a. im Kontext der Klärung des Deutungsmachtbegriffs und dessen Übertragung in den Bereich der Politischen Philosophie, in dem auch das nackte Leben angesiedelt ist, besteht dabei die Notwendigkeit fachliche Grenzen insofern zu überschreiten, dass auch erkenntnistheoretische, rechtstheoretische, soziologische, medien- und kommunikationstheoretische Aspekte zu berücksichtigen sind. Ebenso werden neben historischen Daten auch literarische Werke (v.a. zahlreiche Dramen und Erzählungen Kleists) herangezogen, da sich in diesen auf der Ebene einer fiktionalen Wirklichkeit sowohl die theoretischen Implikationen Agambens, als auch das Entstehen, Fungieren und Vergehen von Deutungsmacht widerspiegelt.

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