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„Ain rauch gar ungeheuer“. Visualisierungsstrategien zur Präsentation weiblicher Sexualität im Märe

Satu Heiland

2004-2006: Stipendiatin der Individuellen Graduiertenförderung der Universität Bonn

In den letzten Jahren hat sich die mediävistische Forschung in besondere Weise mit dem Konzept der Visualität befasst. Dabei hat man in erster Linie den höfischen Roman, die Heldenepik und geistliche Literatur untersucht, während die Bedeutung von Sehen und Sichtbarkeit, die in der schwankhaften Literatur an die Thematik der Sexualität geknüpft ist, noch kaum Beachtung gefunden hat. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Dissertationsprojekt der Darstellung weiblicher Geschlechtlichkeit innerhalb der Märendichtung – sowohl in Hinsicht auf das verwendete Vokabular als auch die narrative Inszenierung. Zugrunde gelegt wird dabei das Märeninventar nach Hanns Fischer (H. F.: Studien zur Märendichtung. 2. Aufl. bes. v. Joh. Janota. Tübingen 1983.), erweitert um relevante Grenzfälle dieser Erzählform.

Es soll untersucht werden, mit welchen Visualisierungsstrategien Körperlichkeit und somit die sexuelle Lust und das Genitale der Frau erzählerisch präsentiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Phänomen einer imaginären „Leerstelle Genitale“, das bereits auf eine lange kulturgeschichtliche Tradition zurückblickt. Bei der anschließenden Frage nach den Machtverhältnissen zwischen Mann und Frau wird vor allem die viel zitierte männliche Angst vor der Sexualität der Frau beleuchtet.

Ein Glossar zum sexuellen Wortschatz, längst überfällig in der germanistischen Mediävistik, stellt Material bereit für künftige Forschungen zum Märe und darüber hinaus.

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