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Ankündigung des Vortrages: "'Berlin Is Here to Mix Everything with Everything’: Glück und Euphorie als soziale Emotionen in der Literatur der deutschen Techno-Szene" (12.06.2018)

Vortrag im Rahmen des DAAD-geförderten binationalen Masterstudiengangs German and Comparative Literature der Universitäten Bonn und St Andrews am Dienstag, 12. Juni 2018 um 18 h c.t. am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Übungsraum in 3. OG (HG).

Während die deutsche Techno-Musik immer mehr zu einer internationalen Industrie wird, verknüpfen wissenschaftliche wie populäre Darstellungen die Techno-Szene wiederholt mit intensiven Gefühlen des Glücks, der Euphorie oder der Ekstase als kollektives Erlebnis. Literarische Schilderungen der Techno-Szene geben aber ein ganz anderes Bild wieder. Romane wie Rainald Goetz’ Rave (1998) und Helene Hegemanns Axolotl Roadkill (2010) stellen einer bewussten äußerlichen Performanz von Hedonismus und Euphorie eine tiefgehende Isolation und negative Emotionen gegenüber. Dieser Vortrag zeigt, wie Rave und Axolotl Roadkill das Verständnis von Glück als sozialem Phänomen in der Queer Theory inszenieren und entwickeln. Diese Romane stellen Glück tatsächlich als gesellschaftlichen Ausschließungsmechanismus dar, wie Sara Ahmed und Lauren Berlant es beschreiben, aber Goetz und Hegemann zeigen auch viel widersprüchlichere Wirkungen, indem sie etwa extravagante Performanzen des Glücks fokussieren und narrativ inszenieren.

Tom Smith ist seit 2017 Lecturer für Germanistik an der Universität St Andrews. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Literatur und dem Film der deutschen elektronischen Musik-Szene. Er hat über Queerness und Männlichkeitskonstruktionen in Literatur und Film der DDR und der Gegenwart publiziert. In Kürze erscheinen Artikel über das Postkritische im Werk Ulrike Almut Sandigs, über die Musik im sozialistischen Realismus der 1980er Jahre und über Musik und Emotionen im dramatischen Werk Elfriede Jelineks. Er arbeitet zur Zeit an einer Monographie über Männlichkeitskonstruktionen in der DDR.
 

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