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Der Barbar als Grenzfigur in der Literatur und Kulturtheorie des 18. bis 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Christian Moser

Ausgangspunkt ist die Beobachtung einer semantischen Verschiebung, der das Begriffsfeld des Barbarischen im 18. Jahrhundert unterliegt. Dem Barbarischen wird seit Montesquieu die Funktion einer prekären entwicklungsgeschichtlichen Brücke zugeschrieben, die den Übergang zwischen dem ‚wilden’ Naturzustand und dem Zustand der Zivilisation ermöglicht, zugleich aber auch gefährdet. Das Barbarische erlangt dabei den Status einer eigenständigen Modalität der Vergesellschaftung, für die Gewalt und Zerstörung in paradoxer Weise konstitutiv sind. In diesem Kontext spielt der Zusammenhang zwischen Form und Gewalt eine wichtige Rolle: die Zerstörung der Form als Form – etwa: der Barbarismus als (sprachliche und ästhetische) Form; die ‚Formalisierung’ der Gewalt im Ritual; die Genese neuer sozialer und ästhetischer Formen aus der Zertrümmerung bestehender Formen.


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