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28.6.18 - Barbara Naumann (Zürich): Grenzenlose Plauderei in Prousts Auf der Suche nach der Verlorenen Zeit / À la recherche du temps perdu

Vortrag im Rahmen des Bonner literatur- und kulturwissenschaftlichen Kolloquiums

Kurzübersicht
Art des Termins
  • Veranstaltung im Rahmen des Praxismoduls
  • LKK-Termin
Wann 28.06.2018
von 18:00 bis 20:00
Wo Übungsraum im 3. OG
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Prousts großes Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu) steht unter dem Vorzeichen eines Antagonismus: zwischen dem Willen zur geschlossenen Form und der Tendenz zur grenzenlosen Plauderei. Dieser Antagonismus formiert bereits die Werkgenese: Proust schrieb den Anfang und den Schluss des Romans zuerst. Er setzte mit der „wiedergefundenen Zeit“ einen metaphysischen Rahmen, um während des Schreibprozesses die Erfahrung zu machen, dass sein Werk wie eine grenzenlose Plauderei nicht still gestellt werden konnte. Das Ausufern der Erzählung lässt sich in den ins Manuskript eingeklebten „Paperoles“ bereits auf materieller Ebene nachvollziehen. Die von Proust intendierte metaphysische Rettung verlorener und vertaner Zeit im Romankunstwerk erweiterte sich im Prozess des Schreibens zu einem Unternehmen, dem nichts zu unwichtig, zu entlegen, zu ephemer sein konnte, um Erwähnung zu finden. Der Roman öffnet sich für die großen Fragen der Kunst, des Lebens und Sterbens ebenso wie für den ganz und gar unmetaphysischen Klatsch, Tratsch und das Rauschen alltäglicher Kleinigkeiten. Es ist die die grenzenlose Plauderei, die in Prousts Roman Regie führt.

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